03.01.2020

Katholische Ehrenämtler: 89.000 Stunden Einsatz im Jahr - Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof will Würdigungskultur entwickeln

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Rund 3.100 Menschen engagieren sich im pastoralen Raum Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof ehrenamtlich in den katholischen Kirchengemeinden. In Wirklichkeit dürfte die Zahl aber wesentlich höher liegen, geschätzt bei 4.500. Das ergab eine Abfrage in den zwölf zum Pastoralverbund gehörenden Kirchengemeinden.

Erhoben wurde dieses Ergebnis im Auftrag einer so genannten Handlungsfeldgruppe. Insgesamt vier davon gibt es derzeit. Ihre Aufgabe: Die inhaltliche wie strukturelle Ausrichtung der katholischen Kirche in den Gemeinden zu hinterfragen und neu zu organisieren, um sie besser an den Bedürfnissen der Christen in der Gegenwart ausrichten zu können. Die Handlungsfeldgruppe „Ehrenamt“ hat viele spannende Ergebnisse gesammelt, die in ihrem Resultat auch Menschen betreffen, die sich nicht in der Kirche engagieren oder zu ihr gehören. Denn grundsätzlich geht es der katholischen Kirche wie jedem Sport- oder Musikverein: Immer weniger Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Gemeindereferentin Waltraud Meermeyer stellte die Ergebnisse der Befragung in den zwölf Gemeinden während der Klausurtagung des Pfarrgesamtgemeinderates im Kloster Salzkotten Ende November vor. Sie wusste zu berichten, dass die erfassten 3.100 Ehrenämtler im Einzugsbereich des Pastoralverbunds Delbrück-Hövelhof engagierte Arbeit leisten. „Etwa 30.000 Katholiken leben in unserem pastoralen Raum insgesamt, aber nur 20.000 von ihnen haben sich an der Erhebung beteiligt“ ergänzt Gemeindereferentin Claudia Großewinkelmann. Sie hat alle Ehrenamtsangaben aus den Gemeinden ausgewertet, die sehr vielfältig sind. Das reicht vom Küsterdienst über die Pflege von Außenanlagen, der Leitung von Chören über die Begleitung von Kommunionkindern bis zum Besuch junger Eltern vor der Taufe ihres Kindes. Die Organisation von Seniorennachmittagen zählt dazu, aber eben auch der Büchereidienst in den katholischen öffentlichen Büchereien. Fast 7.400 Stunden Arbeitseinsatz pro Monat leisten die genannten Ehrenämtler im Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof. Urlaubs- und Krankheitsausfälle berücksichtigt, bewerkstelligen sie fast 89.000 Arbeitsstunden pro Jahr.

Hohe Dunkelziffer

Enttäuscht war Meermeyer dennoch: Vier der zwölf Kirchengemeinden haben gar nicht ermittelt, wie viele Ehrenämtler bei ihnen tätig sind. Die Dunkelziffer der Ehrenämtler ist also hoch und wird deshalb auf 4.500 Personen geschätzt. „Natürlich macht diese Abfrage jede Menge Arbeit“, zeigt Meermeyer Verständnis für das Unbehagen in einigen Gemeinden. „Aber diejenigen nicht zu ermitteln, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, bedeutet auch, ihre Arbeit nicht öffentlich wertschätzen zu lassen. Wir wissen nun annähernd, auf wie vielen Schultern unsere Arbeit in den Gemeinden tatsächlich getragen wird. Aber wir wissen es nicht genau. Und wir können uns im Namen des Pastoralverbunds bei diesen ungezählten Helferinnen und Helfern leider nicht persönlich bedanken.“

Denn genau darum geht es den Mitwirkenden der Handlungsfeldgruppe „Ehrenamt“: Eine Würdigungskultur zu entwickeln, über die denjenigen gedankt wird, die ihre Zeit, ihre Kraft und nicht selten ihre persönliche Ausstattung von Telefon über PC bis zum Auto für andere nutzbringend zur Verfügung stellen. „Oft wird es als selbstverständlich wahrgenommen, dass sich jemand findet, der beispielsweise eine Wallfahrt organisiert. Aber in Lebenssituationen, in denen in der Regel beide Elternteile berufstätig sind, vielfach weite Strecken pendeln müssen und Kinder oft ganztags betreut werden, ist Zeit das kostbarste Gut. Anderen Zeit zu spenden, verdient eine besonders hohe Wertschätzung“, findet Meermeier. „Aber auch wer einen Kuchen backt oder die Servietten mitbringt, hat ein Dankeschön verdient“, fährt sie fort. Am liebsten, so die Handlungsfeld-Mitwirkende, wäre ihr und den anderen Mitgliedern der Handlungsfeldgruppe „Ehrenamt“ für den Pastoralverbund ein hauptamtlicher Ehrenamtsbeauftragter. Diese Person wäre dann Ansprechpartner für alle ehrenamtlich tätigen Gemeindemitglieder, könnte Schulungen anbieten und Personen auswählen, die die Gemeinde einmal offiziell für ein Dankeschön in den Mittelpunkt stellen möchte. Die gesammelten Ergebnisse werden nun in den Ortsgemeinden im Ortsausschuss besprochen und dann weiter im Gesamtpfarrgemeinderat beraten. Danach gehen die Beschlüsse in die Verschriftlichung für das Pastoralkonzept ein.

zum Bild oben (Foto: Wortart, Almut Thöring):
Punkte kleben: Nach der Präsentation der Handlungsfeldgruppe Ehrenamt bewerteten die Zuhörergruppen die Umfrage-Ergebnisse. Über die Bewertungen der Mitglieder des Pfarrgesamtgemeinderates sollen die für die Zukunft wichtigen Themen herausgearbeitet werden.

 

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